Als Wiener kennen wir die Wachauer Laberln vor allem gewürzt mit Kümmel. Das Original ist ungewürzt und wurde als Pendant zum französischen Baguette erschaffen. 1905 erfand der Dürnsteiner Bäckermeister Rudolf Schmidl das berühmte Wachauer Laberl, dessen Rezept zwar nicht wie die Landschaft Unesco-geschützt, aber geheim von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Rezepte
Mit unseren Rezepten wollen wir Anregungen und Ideen liefern. Sie sollen Freude und Spaß machen, denn Kochen und Anrichten ist für uns eine lustvolle Tätigkeit, die mit vielen sinnlichen Eindrücken verbunden ist. Und Essen soll nicht nur gut schmecken, sondern auch ansprechend aussehen.
Wie bei fast allem im Leben ist Qualität schon die halbe Miete. Deshalb achten wir besonders auf die Herkunft und Güte der Waren. Wir verwenden hauptsächlich Bioprodukte oder Erzeugnisse von Kleinproduzenten, die wir persönlich kennen und von denen wir wissen, dass sie naturnah, wenn nicht biologisch arbeiten. Wir leben direkt an einem Wiener Markt, der es uns leichter macht, ausgezeichnete Waren zu finden. Doch auch in Supermärkten gibt es hervorragende Bioprodukte zu kaufen. Leider ist Bio immer noch teurer als konventionell Hergestelltes (eigentlich müsste es umgekehrt sein, aber das ist eine andere Geschichte). Es ist jedem und jeder selbst überlassen, diese Entscheidungen beim Einkauf zu treffen.
Und noch ein Hinweis: Rezepte sind keine Gesetzestexte. Jedes Rezept ist veränderbar, wozu wir auch anregen wollen. Jeder und jede ist sich selbst das Maß – erlaubt ist, was schmeckt!
Im Zuge unseres neuen Buchprojektes wird nun ständig an Aperitif-Häppchen gearbeitet und ausprobiert. Es geht um „Feines Kleines“, wir nenen es "Kleiner Genuss", der zum Getränk serviert wird. So dachte Ulli daran, kreisrunde flache salzige Mürbteigscheiben herzustellen, die man unterschiedlich belegen kann. Das sollte mit ihrer Backerfahrung ja einfach gelingen.
Im Zuge unserer Recherchen für unser nächstes Buch setzten wir uns mit der Geschichte des Spritz Veneziano auseinander. Die Herkunft und Geschichte des mittlerweile ikonischen Aperitifs aus Italien mit seinem historischen Bezug zur österreichisch-ungarischen Monarchie haben uns fasziniert. Überrascht hat uns, dass man den Aperol Spritz auch essen kann, und zwar in Form einer köstlichen Torte.
Zitrusscheiben selbst dörren ist weniger Arbeits- als Zeitaufwand. Da letzteren der Backofen abnimmt, machen wir uns gerne die geringe Arbeit und werden mit einer nach Zitrusfrüchten duftenden Wohnung belohnt. Wir verwenden die fertigen Scheiben als Dekoration für Getränke, insbesondere für Aperitife und Cocktails, und für Torten und andere Süßspeisen.
Mit dieser Focaccia haben wir einer geselligen Runde in Muggia Freude gemacht. Ab und zu gibt es in der Nachbarschaft zwanglose Treffen, bei denen die letzten Neuigkeiten ausgetauscht und Projekte besprochen werden. Jeder und jede bringt eine Kleinigkeit zum Trinken oder Essen mit. Wir brachten eine würzige Focaccia mit, die Johannes mit einem neuen Rezept probiert hat.
Wir verbringen gerade Ostern in Muggia, und hier in Italien wächst schon emsig der Salbei. Bald, hoffen wir, auch in Österreich. Wir freuen uns auf die frischen jungen Blätter, und wenn diese groß wachsen, das heißt wenn die Blätter eine Länge von 7 bis 9 Zentimeter (ohne Stiel) erreichen, eignen sie sich für wunderbare Aperitif-Häppchen: frittierte Salbeiblätter.
Seite 21 von 31





