Wir sind wieder in Muggia, in unserer zweiten Heimat Italien. Der Wochenmarkt bietet bereits herrlich reifes Gemüse und Obst aus Sizilien. So kauften wir heute rote Paprika, (ein Stück hat ca. 400 g!) und eine Zuckermelone; roten Zwiebel aus Tropea hatten wir noch vorrätig. Aus diesen drei Grundzutaten entstand ein prächtiger Salat, wir wünschen uns, dass Sie diesen Duft erleben könnten!
Rezepte
Mit unseren Rezepten wollen wir Anregungen und Ideen liefern. Sie sollen Freude und Spaß machen, denn Kochen und Anrichten ist für uns eine lustvolle Tätigkeit, die mit vielen sinnlichen Eindrücken verbunden ist. Und Essen soll nicht nur gut schmecken, sondern auch ansprechend aussehen.
Wie bei fast allem im Leben ist Qualität schon die halbe Miete. Deshalb achten wir besonders auf die Herkunft und Güte der Waren. Wir verwenden hauptsächlich Bioprodukte oder Erzeugnisse von Kleinproduzenten, die wir persönlich kennen und von denen wir wissen, dass sie naturnah, wenn nicht biologisch arbeiten. Wir leben direkt an einem Wiener Markt, der es uns leichter macht, ausgezeichnete Waren zu finden. Doch auch in Supermärkten gibt es hervorragende Bioprodukte zu kaufen. Leider ist Bio immer noch teurer als konventionell Hergestelltes (eigentlich müsste es umgekehrt sein, aber das ist eine andere Geschichte). Es ist jedem und jeder selbst überlassen, diese Entscheidungen beim Einkauf zu treffen.
Und noch ein Hinweis: Rezepte sind keine Gesetzestexte. Jedes Rezept ist veränderbar, wozu wir auch anregen wollen. Jeder und jede ist sich selbst das Maß – erlaubt ist, was schmeckt!
Als wir in der französischen Region Franche-Comté, heute Bourgogne-Franche-Comté, mit dem Hausboot unterwegs waren, kamen uns häufig Einkorn-Produkte unter. Dieses alte Getreide aus der Weizenfamilie wird dort gerne verarbeitet, und Steinmühlen bieten langsam vermahlenes Vollkornmehl aus Einkorn an. Wir lernten auch solch einfache Kekse kennen und haben sie jetzt wieder einmal nachgebacken.
Der wissenschaftlich fundierte Ratschlag, mindestens dreißig verschiedene Pflanzen pro Woche zu essen, um die Darmbakterien zu stärken, hat uns sehr gefallen und angespornt, unsere Salate noch vielfältiger zu gestalten. Ein etwas säuerlicher Apfelessig aus unserem Sortiment brauchte einen süßen Kontrapart, so entstand der bunte Teller mit Chicorée, Äpfel, Nüssen, Tropea-Zwiebel und Kräutern.
Selten geben wir Gewürze in den Brotteig, weil wir den puren Geschmack der Getreidesorten sehr mögen. Aber manchmal möchten wir eine Abwechslung und spielen mit zusätzlichen Aromen. Aus der pannonischen Ebene beziehen wir einen wunderbaren Kümmel, der herrlich duftet und uns als alleiniges Brotgewürz ideal erschienen ist. Herausgekommen ist ein dezent gewürztes Kastenmischbrot aus Sauerteig.
In Bari – und nur dort – haben wir die legendären, aber noch gar nicht so althergebrachten Spaghetti all'Assassina serviert bekommen. Halb Apulien haben wir abgeklappert, bis wir in Bari fündig wurden. Dort gab es sie in zwei Varianten, einmal pur, einmal mit Stracciatella, der cremigen Version der Burrata. Letztere schmeckte uns noch besser, und wir kochten sie zu Hause nach.
Panini in Italien … was lieben wir doch diese wattigen, feinen Brötchen, gefüllt mit Mortadella aus Bologna oder Prosciutto crudo! Zur Colazione, zum Frühstück sind sie auch mit Honig oder Marmelade köstlich. Und als Beilage zum Salat sind sie zum Auftunken der restlichen Marinade durch ihre Saugkraft einfach unschlagbar. Wir haben den Versuch gewagt und solche Brötchen selbst gebacken.
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