Spätherbst. Die Tage werden deutlich kürzer – und kälter. Unser Mittagsspeiseplan mit feinen Salaten verändert sich im Richtung Soulfood. Wohlfühlgerichte, die sättigen und nicht zu kalt serviert werden. Deshalb lassen wir die rohen Gemüseanteile schon ein, zwei Stunden bei Raumtemperatur akklimatisieren und die gekochten Zutaten nicht zu sehr auskühlen.
Rezepte
Mit unseren Rezepten wollen wir Anregungen und Ideen liefern. Sie sollen Freude und Spaß machen, denn Kochen und Anrichten ist für uns eine lustvolle Tätigkeit, die mit vielen sinnlichen Eindrücken verbunden ist. Und Essen soll nicht nur gut schmecken, sondern auch ansprechend aussehen.
Wie bei fast allem im Leben ist Qualität schon die halbe Miete. Deshalb achten wir besonders auf die Herkunft und Güte der Waren. Wir verwenden hauptsächlich Bioprodukte oder Erzeugnisse von Kleinproduzenten, die wir persönlich kennen und von denen wir wissen, dass sie naturnah, wenn nicht biologisch arbeiten. Wir leben direkt an einem Wiener Markt, der es uns leichter macht, ausgezeichnete Waren zu finden. Doch auch in Supermärkten gibt es hervorragende Bioprodukte zu kaufen. Leider ist Bio immer noch teurer als konventionell Hergestelltes (eigentlich müsste es umgekehrt sein, aber das ist eine andere Geschichte). Es ist jedem und jeder selbst überlassen, diese Entscheidungen beim Einkauf zu treffen.
Und noch ein Hinweis: Rezepte sind keine Gesetzestexte. Jedes Rezept ist veränderbar, wozu wir auch anregen wollen. Jeder und jede ist sich selbst das Maß – erlaubt ist, was schmeckt!
Der Abend naht, das Tagewerk ist getan, und wir freuen uns auf einen Apero mit unseren Freundinnen und Freunden. Wenn Zeit vorhanden ist, dann verzichten wir auf eine Packung industrieller Snacks und stellen uns gerne in die Küche für eine kleine Aperitif-Überraschung. Diesmal war als Getränk ein Nusswein aus der Gascogne geplant.
Im letzten Spätsommer machten wir eine ausführliche Reise nach Apulien, in die süditalienische Region, die den Absatz des italienischen Stiefels bildet und die vor allem durch ihre städtebauliche Schönheit und Vielfalt begeistert. So sind wir noch immer verzaubert von der barocken weißen Architektur der Stadt Lecce.
Cime di Rapa sieht man in der kalten Jahreszeit auch auf österreichischen Märkten. Er wird oft übersehen, weil er ein wenig wie Unkraut und faserig aussieht. In Italien, besonders im Süden, wird er im Winter viel gegessen. Auch unter Broccoletti haben wir ihn schon gefunden, weil er den kleinen Broccoli-Sprossen ähnelt.
Cavatelli sind eine muschelförmige Pastaform mit einem kleinen Hohlraum, worauf der Namensteil „cava“ (hohl) hinweist, mit oder ohne Rillen. Wir bevorzugen die Rillen, weil die Pastasauce besser daran haftet und es auch schöner aussieht. Verwandte Pastaformen sind auch in Apulien unter dem Namen Capunti zu finden, in Calabrien und auf Sardinien, wo sie Chiusoni heißen.
Die Unzählbarkeit der italienischen Nudelformen ist legendär. Es scheint, als hätte jedes Dorf seine eigene Pasta. Und es ist eine lebendige Tradition. Während unserer Apulienreise haben wir nicht selten gesehen, wie Frauen auf der Straße vor ihrer Haustür sitzen und Nudeln geformt haben, meist waren es Orecchiette und Trofie.
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