Croque Monsieur, einfach

Wir, vor allem aber Johannes, sind Fans dieses französischen Imbisses. Er ist im Grunde ein Schinken-Käse-Toast, den die Franzosen mit Béchamelsauce und außen liegendem Käse zu einer eigenen Kreation gestaltet haben. 1910 soll das in Paris geschehen sein, wie immer ranken sich um die Entstehung von ikonischen Gerichten Legenden, auf die wir hier nur kurz eingehen wollen.

1918 wurde erstmals der Croque Monsieur von Marcel Proust in „Im Schatten junger Mädchenblüte“, dem zweiten Band seines Opus Magnum „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ literarisch erwähnt. Entstanden sein soll dieser französische Toast 1910 im Pariser Café „Le Bel-Âge“. Die Erfindung geht auf eine Notlösung des Bistro-Chefs Michel Lunarca zurück, dem eines Tages das Baguette ausgegangen war und der einem Kunden stattdessen ein geröstetes Toastbrot mit Schinken und Käse serviert hatte. Anschließend soll er dem Kunden, der ihn nach der Herkunft des Schinkens gefragt hatte, scherzhaft geantwortet haben, dass es sich um Menschenfleisch handele: „De la viande de monsieur“ also „Fleisch vom Herren“. Ein Witz, der zum Mythos wurde, während Lunarca den „Croque Monsieur“ – den „Herrn zum Anbeißen“ – am nächsten Tag auf seine Speisekarte setzte und so für einen großen Erfolg sorgte.

Der befreundete Autor Wolfgang Kindermann, der gerade an seinem zweiten Roman schreibt, fragte Johannes, was für ihn ein guter Croque Monsieur ausmacht. Er möchte Johannes als verschlüsselte Figur in seinem Roman einbauen und ihn, da die Handlung in einem französischen Bistro spielen wird, als Kulinarikfachmann einführen. Wo immer das hinführen wird – es soll ein Krimi werden, soviel hat er uns verraten. Und so kommt der Croque wieder zu literarischen Ehren.

Am Wichtigsten sind Zutaten, die einem selbst gut schmecken, um für sich selbst den besten Croque Monsieur zu machen. Der Lieblingsschinken und der Lieblingshartkäse spielen dabei eine wichtige Rolle, aber auch das Toastbrot darf man nicht unterschätzen. Wir favorisieren guten Bein- oder Ofenschinken, nicht zu dick geschnitten, also nicht von Hand, sondern von der Maschine. Gruyère oder ein sehr guter reifer Bergkäse aus Vorarlberg sind die Käse unserer Wahl, eventuell noch mit einer kleinen Portion Parmesan vermischt. Als Toastbrot bevorzugen wir natürlich selbstgemachtes wie dieses: Aromatisches Toastbrot. Das A und O ist, dass das Innere des Croques gut warm, aber nicht brennheiß ist, und eine cremige Schicht aufweist, sowie außen, vor allem an der Oberseite und an den Rändern, knusprig ist. Er muss umami schmecken, und wir helfen da noch ein bisschen nach.

In Bistros oder Brasserien wollen wir keinen Toastschinken und keine billigen Käse, die schon tagelang vorgerieben und jedes Aroma, so sie je eines hatten, verloren haben. Den besten Croque Monsieur haben wir absurderweise in Dubai gegessen, der war einfach perfekt: nicht zu viel Béchamel, außen wunderbar knusprig, innen cremig und beste Qualität der Zutaten. Wir wissen nicht mehr, wieviel wir dafür bezahlt haben, es war jedenfalls ein Hauptgericht mit Salat und Pommes frites, diese natürlich hausgemacht.

Wir stellen jetzt unser vereinfachtes Rezept vor, das in einer ähnlichen Variante sogar von Alain Ducasse gelehrt wird („Grand Livre de Cuisine Bistrot“ / Éditions Alain Ducasse). Wenn der Großmeister selbst eine Version ohne Béchamelsauce vorzeigt, dann trauen wir uns das umso eher…

Zutaten pro Portion

  • 2 Scheiben Toastbrot
  • 2 EL Crème fraîche
  • 40–50 g geriebener Käse nach Wahl (Gruyère, Bergkäse, Emmentaler)
  • 20 g geriebener Parmesan
  • 1 TL Worcestersauce (oder eine andere Würzsauce)
  • ½ TL Estragon- oder Dijonsenf
  • Pfeffer
  • 2 Scheiben gekochter Schinken nach Wahl
  • Butter zum Bestreichen und für die ofenfeste Form

Die Toastscheiben im Toaster oder im Grill leicht antoasten und auskühlen lassen. Die Crème fraîche mit den geriebenen Käsesorten, der Würzsauce, dem Senf und dem Pfeffer verrühren, so dass eine pastöse Creme entsteht.

Je eine Seite der Toastscheiben mit Butter bestreichen, auf die erste mit der Butterseite oben den Schinken legen, dabei darauf achten, dass er bündig mit dem Toastbrot aufliegt, also entweder die überschüssigen Ränder abschneiden und auf dem Toast verteilen oder einschlagen. Darauf dünn die Käsecreme auftragen. Das alles wiederholen und mit der zweiten Toastscheibe mit der Butterseite nach unten abschließen. Auf die Oberfläche des Stapels nun die restliche Käsecreme gleichmäßig aufbringen.

Den Boden einer ofenfesten Form etwas buttern und den oder die Toasts einlegen. Bei 210° bis 230° C im Ofen auf Sicht grillen, bis die Oberfläche schön angebräunt ist. Authentisch mit einem Salat mit einem französischen Dressing servieren. Wenn ein Spiegelei auf den Croque gelegt wird, dann wird er zum Croque Madame.

Eindrücke

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