Fruchtige Kürbissuppe

Kürbissuppen sind im Herbst fixer Bestandteil in der Küche. Doch immer mit Kürbiskernöl und Kürbiskernen gewürzt ist uns zu langweilig. Wir wollten mehr Frucht und einen spannenden Kontrast in diese Suppe bringen, womit wir bei unseren Freunden in den letzten beiden Wochen jeweils einen Wow-Effekt ausgelöst haben, was uns natürlich gefreut und motiviert hat, dieses Rezept zu veröffentlichen.

Wesentlich sind drei Zutaten: ein fruchtiger, gereifter Essig, ein geräucherter Blauschimmelkäse und ein Orangenolivenöl. Wir verwenden eine Essigmischung aus Datteln und Feigen, aber die ist nach Geschmack relativ einfach zu variieren: Balsamessig von Birnen oder Beeren bietet sich an. Schwieriger ist es mit dem Käse: In Italien gibt es ein paar Produzenten, die hervorragenden Blauschimmelkäse erzeugen, der leicht geräuchert ist. Die Latteria D’Aviano aus dem Friaul beispielsweise macht den „Smo’King“, der 2022 in Bologna sogar eine Goldmedaille abgeräumt hat. Wir beziehen einen derartigen Käse von einer kleinen trentinischen Käserei in einem Feinkostgeschäft in Muggia. Wir haben noch keinen österreichischen Käse dieser Art entdeckt, doch in den Alpengebieten vermuten wir derartige verborgene Juwelen und freuen uns, wenn wir von unseren Leserinnen und Lesern Hinweise bekommen könnten. Alternativ kann jedenfalls ein geräucherter Bergkäse (gerieben und mit Crème fraîche verrührt) oder ein würzig-kräftiger Blauschimmelkäse wie ein Bleu d’Auvergne bzw. eine Mischung aus beiden verwendet werden. Das Orangenolivenöl ist in gut sortierten Feinkostläden, Supermärkten oder auf Gourmetmärkten erhältlich, wir bevorzugen ein Olivenöl, das gemeinsam mit Orangen gepresst und nicht nachträglich aromatisiert wurde. Es kann nötigenfalls durch ein Haselnussöl ersetzt werden.

Zutaten für 6 Portionen

  • ca. 800 g Kürbisfleisch (geschält, entkernt)
  • 2–3 EL Olivenöl
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Butter
  • Salz und Pfeffer
  • ½ TL Ingwerpulver
  • ½ TL Paprikapulver
  • 1 gute Prise Zimtpulver
  • 1 Prise Kreuzkümmelpulver
  • 2–3 EL Fruchtbalsamessig von Birne, Dattel, Feigen oder eine Mischung davon
  • 0,125 l trockener Weißwein
  • 0,5 l Gemüsefond
  • optional 1–2 TL Weißweinessig
  • 40 g geräucherter Blauschimmelkäse (oder Alternativen)
  • 30 g Crème fraîche
  • Orangenolivenöl nach Belieben
  • optional Kurkumapulver zum Anrichten

Das Backrohr auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Das Kürbisfleisch in ca. 2 cm große Würfel schneiden, mit 1–2 Esslöffel Olivenöl einreiben oder beträufeln, in einer Schüssel durchmischen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Im Backrohr gut 20 Minuten garen, wenn ein paar Spitzen der Kürbiswürfel braun werden, macht das nichts, aber er sollte nicht verbrennen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und hacken, in einem mittelgroßen Topf mit einem Esslöffel Butter und gleichviel Olivenöl anschwitzen, dann die gegarten Kürbiswürfel dazugeben, etwas anbraten lassen und mit den Gewürzen vermischen. Mit dem Essig ablöschen, einziehen lassen, dann mit dem Weißwein und dem warmen Gemüsefond aufgießen. Auf kleiner Hitze köcheln lassen, bis sich die Kürbiswürfel ein wenig auflösen. Das hängt von der Kürbissorte ab, wir rechnen mit ca. 20 bis 30 Minuten. Von der Hitze nehmen und mit dem Pürierstab gut durchmixen. Die Würzung überprüfen, eventuell noch Salz oder andere Gewürze ergänzen. Sollte Säure fehlen, etwas Weißweinessig einrühren.

Den Käse zerbröseln und mit einer Gabel mit der Crème fraîche vermengen, so dass aus der Masse dann kleine Nockerln geformt werden können.

Zum Anrichten die heiße Suppe in vorgewärmte Teller gießen. Mit zwei Teelöffeln aus der Käsemasse kleine Nockerln formen und jeweils zwei bis drei davon in die Suppe gleiten lassen. Einen dünnen Strahl Orangenolivenöl über der Suppenoberfläche verteilen und den Tellerrand optional mit Kurkumapulver dekorieren. Die Käsenockerln schmelzen in der Suppe, und wer will kann mit dem Löffel Käse und Öl verrühren.

Fruchtige Kurbissuppe 4

Eindrücke