Eine einfache und meist auch köstliche Spezialität aus dem Elsass und den angrenzenden Regionen Lothringen, Saarland und der Pfalz. Ursprünglich wurde mit dem Backen des Flammkuchens getestet, ob der Backofen fürs Brotbacken heiß genug war, also ob die Flamme ausreichend war, daher der Name. Grundlage ist ein einfacher Brotteig, auf den pikante, salzige oder auch süße Auflagen kommen.
Natürlich gibt es Varianten ohne Triebmittel, dann bleibt der Teig ganz flach und knusprig und ist mehr mit einem Nudelteig verwandt. In Österreich werden sie oft als „Feuerfleck“ bezeichnet. Fertige Teige, meist mit Hefe, findet man in guter Qualität im Supermarkt, aber selbst den Teig herzustellen ist natürlich besser, denn dann weiß man, was wirklich drinnen ist; wenn wir Zeit haben, dann machen wir zum Beispiel eine Vollkornvariante mit Sauerteig, sofern der geplante Belag dazu passt. Mit Kürbis ein perfektes Paar.
Zutaten für vier Personen als Hauptgericht
bzw. für zwei Backbleche
1. Flammkuchenteig:
Für den Vorteig:
- 60 g Lievito Madre
- 60 g Weizenmehl W 700
- 30 g Wasser, lauwarm
- 5 g Honig
Für den Hauptteig:
- Vorteig
- 360 g Weizenvollkornmehl
- 150 g Wasser
- 50 g Olivenöl
- 12 g Salz
2. Kürbisbelag:
- 800 g Kürbis bevorzugt der Sorte Delica
oder Muskat bzw. -ähnliche - Salz und Pfeffer
- ½ TL Ingwerpulver (optional)
- ½ TL Paprikapulver (optional)
- 150 g weicher Gorgonzola
- 80 g Speck
- 1 Zwiebel
Den Vorteig herstellen, was nichts anderes als eine Lievito-Madre-Auffrischung mit Honig darstellt: Alle Zutaten miteinander vermischen und zu einem glatten Teig verkneten. In einem Glas an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sich volumensmäßig verdoppelt, das kann je nach Fitness des Anstellgutes zwischen 90 und 180 Minuten dauern.
Dann den reifen Vorteig gemeinsam mit den Zutaten des Hauptteiges verkneten, bis ein kompakter, homogener Teig entstanden ist. Insgesamt sind ca. 10 Minuten Kneten bei eher langsamer bis mittlerer Geschwindigkeit nötig. Den Teigballen zugedeckt in einer leicht geölten Schüssel rund zwei Stunden ruhen lassen. Dann in den Kühlschrank zur langen kalten Gare stellen. Mindestens 12, besser aber 24 bis 48 Stunden ruhen lassen. Dann werden die Aromen des Mehls perfekt herausgearbeitet.
Am Backtag den Kürbis schälen, in gleich große Stücke schneiden, leicht einölen, auf ein ebenfalls leicht geöltes oder mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und im auf 180° C aufgeheizten Backrohr weich garen. Das dauert je nach Kürbis rund 20 bis 30 Minuten. Nach 18 Minuten mit einem Stab prüfen, ob das Kürbisfleisch schon weich ist und darauf achten, dass es nicht verbrennt. Das weiche Kürbisfleisch noch sehr warm in einem Behälter zusammen mit etwas Salz und frisch gemahlenen Pfeffer pürieren. Das Fleisch des Delica-Kürbisses ist hocharomatisch und kann für sich stehen. Andere Kürbisse vertragen vielleicht mehr Gewürze, es würden sich Ingwer- und süßes Paprikapulver anbieten, etwas winterlicher kann mit Zimt-, Kardamom- und Pimentpulver gewürzt werden. Am besten nach eigenen Vorlieben abschmecken. Wir bevorzugen es puristisch, besonders wenn wir einen Delica verkochen können.
Den Flammkuchenteig aus dem Kühlschrank nehmen, in zwei gleich große Teile teilen, rund formen und ein bisschen flach drücken. Abgedeckt einige Zeit bei Zimmertemperatur akklimatisieren lassen. Den Gorgonzola in Würfel, den Speck in Stäbchen und die Zwiebel in dünne Ringe schneiden.
Das Backrohr mit einem Pizzastein oder einem Blech auf mindestens 230° C Ober-/Unterhitze gut aufheizen, oder ein Pizzaprogramm anwählen.
Ein Blatt Backpapier auf der Arbeitsfläche ausbreiten und einen Teigling mit dem Nudelwalker dünn ausrollen. Auf den Fladen die Hälfte der Kürbiscreme streichen und Käse, Speck und zuletzt Zwiebel darüber verteilen. Einen kleinen Rand lassen. Den belegten Fladen nun mit dem Backpapier auf den heißen Stein oder das heiße Blech legen und auf Sicht, ca. 10 bis 15 Minuten, je nach Hitze und Ofen backen. In der Zwischenzeit den zweiten Fladen wie oben herstellen und nachdem der erste fertig gebacken ist, in den Ofen schieben und wie den ersten zubereiten.
In Portionen teilen und mit einem Blattsalat als Beilage noch heiß servieren.