Zitronenverbenen-Pesto mit Cashew

Auf unserer Terrasse in Wien scheint sich die Zitronenverbene in der Mittagssonne sehr wohl zu fühlen. Ihr Duft ist betörend: pures Zitronenaroma, nicht umsonst heißt sie so! Wir kennen dieses Eisenkrautgewächs auch unter dem französischen Namen Verveine. Die Franzosen und vor allem die Französinnen trinken gerne einen Tee aus getrockneten Blättern zur Verdauung nach dem Essen.

Das haben wir auch gemacht: Mit dem Dörrprogramm im Ofen, wenn es schnell gehen soll, oder bei Schönwetter in der Sonne ausgebreitet, wenn kein Wind geht – was aber im Wiener Donauraum eher selten ist. Nun wuchert der Strauch, und wir haben schon Freunden Säckchen und Gläser mit den getrockneten Blättern geschenkt, mehr Tee brauchen wir nicht. Also probieren wir weiteres aus. Wir haben mit den getrockneten Blättern ein Salz hergestellt, indem wir die Blätter mit dem Salz im Blitzhacker vermischt haben und nützen dieses Salz, um Suppen, Salate und Saucen zu würzen.

 

Aber wie wäre es mit einem zitronigen Pesto ohne Zitronen? Zitronenverbenen-Pesto!

Zutaten für 4 Portionen als Vorspeise

  • 65 g Cashewkerne
  • 14 g Blätter von der Zitronenverbene
  • 1 TL Meersalz
  • 50 g reifer Pecorino oder Parmesan
  • 10 EL Olivenöl extra vergine
  • Pfeffer nach Belieben
  • 1 Prise Chilipulver (optional)
  • 400–500 g Pasta wie Spaghetti, Bigoli, Tagliatelle, Penne, Orecchiette, Cavatelli, etc.

Die Cashewkerne in einer trockenen Pfanne rösten und auskühlen lassen. Ein paar Kerne zur Dekoration beiseitelegen, die anderen in einen Blitzhacker geben. Die Blätter der Zitronenverbene dazu geben und gemeinsam mit dem Meersalz im Blitzhacker grob zerkleinern. Dann den in kleine Stücke gebrochenen Käse zugeben. Wieder hacken, bis die Teile nun schon kleiner sind. Das Öl löffelweise einfließen lassen und immer wieder den Blitzhacker betätigen, bis eine homogene, aber nicht zu feine Masse entstanden ist. Mit Pfeffer und Chili abschmecken.

Die Pasta kochen, bis sie al dente ist. Zwei, drei Esslöffel vom Kochwasser für eine bessere Bindung ins Pesto rühren. Wir hatten Orecchiette aus Apulien, die wir abtropfen ließen und dann mit dem Pesto im Topf verrührten. Erst dann die Portionen anrichten, mit einem oder zwei Cashewkernen oder einem Trieb von der Verbene dekorieren. Wer will, kann noch weiteren Käse über die Pasta reiben.

Das Pesto hält in einem geschlossenen Gefäß im Kühlschrank einige Tage und passt gut zu Fleisch und Gemüse.

Pesto wird traditionell im Mörser gestampft („pestare“ heißt auf Deutsch „stampfen“). Da die Blätter der Zitronenverbene jedoch relativ stabile Adern haben, empfiehlt sich der Blitzhacker, der diese Fäden konsequent zerkleinert.

Eindrücke