Dieses Gericht ist der Legende nach benannt nach dem asiatischen Steppenvolk der Tataren. Man sagt, diese hätten früher rohe Fleischstücke unter ihren Sätteln mürbe geritten und danach verzehrt. Historiker bezeichnen heutzutage allerdings diese Geschichte als Mythos. Bekannt soll das Gericht jedenfalls durch den französischen Meisterkoch Auguste Escoffier 1921 geworden sein.
So gibt es mehrere Geschichen zur Entstehung des Namens und des Gerichtes. Wir beide kennen Beef Tatar seit unserer Kindheit. Zu besonderen Anlässen oder für besondere Gäste gab es diese auf gebuttertem Toastbrot servierte Delikatesse, und wir schätzen sie seit damals überaus. Die hier beschriebene Variante stammt daher auch aus dieser Zeit und wurde von Ulli auf ihre Art sanft weiterentwickelt. Sowohl in der Herstellungsart (ob faschiert oder fein gehackt) als auch in der Würzung gibt es viele Möglichkeiten, die wir auch schon ausprobiert haben; aber wie bei so manchen anderen Gerichten kommt man immer wieder auf das bewährte Rezept zurück. In der Vorbereitung für unser nächstes Buch, in dem „kleine Genüsse“ auch eine wichtige Rolle spielen, beschreiben wir hier eine Servierart, die als sogenanntes Fingerfood genießbar ist.
Rezept für ca. 25 Kugeln (3 cm im Durchmesser)
- 300 g faschiertes Rindfleisch
- ½ mittelgroße Zwiebel
- 10-15 Kapernbeeren
- 1 in Öl eingelegtes Sardellenfilet
- 1 TL Senf (je nach Belieben auch scharf)
- 1 Eidotter
- 1 schwacher TL Salz
- frisch geriebener Pfeffer
- ½ TL Worcestersauce
- ¼ TL geriebener Kümmel
- ½ TL roter Paprika
- nach Belieben etwas Cayennepfeffer
- 6 Scheiben Toastbrot
- Butter zum Bestreichen
Das ganz frische Fleisch in einer Schüssel zerteilen. Die Zwiebel gemeinsam mit den Kapern und dem Sardellenfilet fein hacken und zum Fleisch geben. Alle Gewürze, das Dotter und den Senf da zugeben und zusammen mit einer Gabel fein vermischen. Das Brot toasten, mit Butter bestreichen und die Rinde abschneiden. Aus einer Scheibe vier Quadrate schneiden. Das Fleisch nochmals abschmecken und anschließend mit feuchten Händen 3 Zentimeter große Kugeln formen. Diese auf die kleinen Toastquadrate legen und auf einer entsprechenden Platte servieren.
Als Deko kann man auf jede Kugel z.B. ein Petersilblättchen stecken oder auch winzig kleine Gurkerln auffächern, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Wir dekorierten großzügig das Tablett mit einem Salbeistamm.
Mehr über Aperitif-Getränke und -Häppchen in unserem Buch „APERITIVO Infinito“, erschienen im Braumüller Verlag.
